

Hagen-Eckhard Butzin
Magie ist ein kaum umfassbarer Begriff. Eine Definition der Magie besagt eigentlich alles oder auch nichts.
Ganz frei interpretiert geht es bei der Magie um Wissen oder Erkennen. Etwas genauer wird es, wenn es um die Ziele der Magie geht: etwas willentlich beeinflussen oder ändern. Dabei ist es egal, ob die Veränderung im Innen oder Aussen stattfindet. Beweisbar ist der Vorgang der Magie aber kaum. Daher wird die Magie zu den Pseudowissenschaften gezählt, für manche ist sie nur eine Illusion.
Magie ist wie gesagt eine Disziplin. Man versucht etwas willentlich zu beeinflussen. Dabei unterscheidet man heute gerne zwischen zwei Arten: der weissen und der schwarzen Magie. Die weisse Magie steht dabei für das "Gute", die schwarze Magie für das "Schlechte". Allerdings wird dabei meist ein wichtiger Fakt vergessen: bei solchen Unterscheidungen geht es weniger um die Magie selbst. Es geht um die Anwendung bzw. um den Anwender. Nicht die Magie als solche kann in gut/schlecht oder weiss/schwarz unterteilt werden. Der Magier entscheidet, wie die Magie angewandt wird. Über allem sollte eigentlich stehen, dass die Magie ein mystischer Pfad ist. Er soll zur Erleuchtung, zur Heilung und zur Hilfe genutzt werden. Magie sollte nicht destruktiv (zerstörend) oder manipulierend (im Sinn von "andere gegen Ihren Willen beeinflussen") genutzt werden. Bei allen Betrachtungen ist wichtig, dass die Magie keine Religion ist. Magie hat letztlich auch keine religiöse Funktion, allerdings finden sich in Religionen oft magische Funktionen. Eigentlich kann man sogar sagen, dass es Übereinstimmungen zwischen Religion und Magie gibt.
Ein Magier sollte nach folgendem Motto handeln: "Wenn es dein Wille ist, ist es auch mein Wille".
Magie und Religion scheiden sich erst dann, wenn ein Magier für sich proklamiert: "Mein Wille geschehe." Damit setzt sich ein Magier natürlich über elementare Glaubensregeln hinweg. Er ist dann nicht mehr ein Werkzeug eines Gottes. Durch solche Aussagen macht er sich zu Gott und bedient sich göttlicher Werkzeuge.
Geschichtliches über die Magie
Auch vor dem geschichtlichen Hintergrund ist die Magie nicht wirklich einzuordnen. Magie gab es möglicherweise schon immer. Sie entwickelte sich in den unterschiedlichsten Kulturkreisen unabhängig voneinander. Erste verwertbare Funde gibt es schon bei den Sumerern. Schon früh war die Magie in Ägypten, China und teilweise in Amerika bekannt. Magie ist integraler Bestandteil vieler Kulturen, Religionen und anderer Wissensgebiete. So kennt das Christentum die Magie genauso wie etwas der Schamanismus oder der Daoismus. Allerdings ist die Magie sehr umstritten, was wohl an der Tatsache liegt, dass sie so schwer zu beschreiben und zu definieren ist. Die meisten monotheistischen Religionen lehnen die Magie ab, obwohl die Magie in diesen Religionen durchaus bekannt ist und wohl auch genutzt wurde. Auch die Wissenschaft lehnt die Magie natürlich ab, denn Magie ist wissenschaftlich kaum beweisbar. Gelehrte wie Aquin standen der Magie ablehnend gegenüber. Agrippa von Nettesheim jedoch sah die Magie als Teilgebiet der Naturwissenschaft an. Man kann sagen, dass die Magie in allen Epochen eine gewisse Rolle spielte. Vor allem ab dem 18. Jahrhundert sah man ein steigendes Interesse an spirituellen und magischen Themen. Viele esoterische und spirituelle Themenbereiche sind heute mit magischen Elementen durchsetzt.
Praktiken der Magie
So umfangreich das Gebiet der Magie ist, so umfangreich sind auch die magischen Praktiken. Vor allem geht es auch darum, was der Betrachter schon als magische Praxis ansieht. Wenn man von magischen Praktiken spricht, dann meint man meistens psychische Techniken. Bekannte magische Praktiken sind z. B.:
- Ritual- und Zeremonialmagie
- Naturmagie
- Schutzmagie
- Neoschamanismus, Teile des Schamanismus
- Kampfmagie, Mentalmagie, Sexualmagie
- Atavismus, Inkantation, Invokation, Evokation, Astralmagie
- Wahrsagen, Trance, Meditation, Pranayama















