

Hagen-Eckhard Butzin
Das Horoskop ist das wichtigste Hilfsmittel der Astrologie. Es stellt Planetenpositionen der größten und bekanntesten Himmelskörper (Sonne, Erdmond, Planeten) unseres Sonnensystems zu einem bestimmten Zeitpunkt dar. Grundlagen sind astronomisch Berechnungsmethoden der Himmelsmechanik.
Früher wurden zur Berechnung die Ephemeriden genutzt, heute wird meistens eine Astrologiesoftware verwendet.
Als Horoskopus wurde in der Antike ursprünglich das gesamte aufsteigende Tierkreiszeichen und später ausschließlich der aufsteigende Ekliptikgrad am Osthorizont bezeichnet, der heute Aszendent genannt wird.
In der Gegenwartsastrologie wird die gesamte graphische Darstellung als Horoskop bezeichnet, die alle deutungsrelevanten Faktoren enthält und sich im Laufe der Geschichte sehr gewandelt hat. Die älteste Überlieferung einer Horskopskizze stammt aus dem 5. Jahrhundert v. Chr, bei der sich historisch zum ersten Mal die Kenntnis vom aufsteigenden Grad der Ekliptik, dem Horoskopus, nachweisen lässt.
Seit Ptolemäus hat sich die Verwendung des tropischen Tierkreises in der westlichen Hemisphäre durchgesetzt, der mit dem Frühlingspunkt beginnt, während in der „vedischen“ (indischen) Astrologie allerdings die Verschiebung des Frühlingspunktes seit dem Altertum ignoriert wird. Gemäß dem hermetischen Analogiegesetz „wie oben, so unten” soll das Horoskop einer Geburt den Lebensplan (Anlagen, Chancen, Charakter, Schicksal) eines Menschen oder im Falle eines Ereignisses die Qualität der Zeit (Ursachen, Auswirkungen, Sinn) erklären helfen. Die Zeitqualität bei der Geburt eines Menschen beschreibt nach Ansicht der Astrologen die Anfangsenergie mit der ein Leben beginnt. Insofern lassen sich demzufolge auch später noch Informationen über Grundeigenschaften und Entwicklungen ablesen, auf die immer wieder zurück gegriffen werden kann, also so lange ein Mensch lebt bzw. eine Organisation besteht. Der neu geborene Mensch werde auf allen Ebenen (körperlich, seelisch, geistig) einem Energiefeld ausgesetzt, das ihm sein Lebensthema mit auf den Weg gibt. Sowohl Geist und Seele als auch jede Körperzelle habe das Lebensthema gespeichert, denn das Ganze sei auch immer in jedem Detail wiederzufinden, so wie die ganze Pflanze schon im Samen zu finden sei.
Das Horoskop als astrologische Charakteranalyse soll damit der Selbsterkenntnis dienen. Während naturwissenschaftlich orientierte Astrologen für das Arbeiten mit Horoskopen und die Wirkung von Astrologie nach physikalischen Kausalitäten suchen, sieht die Mehrzahl der Astrologen in einem Horoskop ein geistig-symbolisches Modell, das sich nach Rhythmen orientiert. Dabei wird nicht in der Logik kausaler Kategorien gedacht, sondern in Analogien, wie auch in der Psychoanalyse, Traumanalyse und Graphologie.
Sofern überhaupt überprüfbare Vorhersagen gemacht werden, haben sie in der Mehrzahl der Studien laut Astrologiekritiker keine über Zufallstreffer hinausgehende Wahrscheinlichkeit. Es bestehe kein physikalisch plausibler Wirkmechanismus. Die dem Horoskop ursprünglich zugrundeliegende Vorstellung vom Aufbau des Universums sei seit vielen Jahrhunderten überholt. Verschiedene Astrologen können die gleiche Konstellation oft unterschiedlich deuten.
Welche Arten von Horoskopen gibt es?
Das Geburtshoroskop
Im Geburtshoroskop werden die Geburtsdaten einer Person herangezogen, das heisst Geburtstag, Geburtsstunde und Geburtsort. Je genauer die Angaben, desto besser. Beim Geburtstag ist das kein Problem.
Bei der Geburtsstunde schon eher, manchmal auch beim genauen Geburtsort. Aufgrund dieser individuellen Daten wird die Gestirnsstellung ermittelt und die Daten in das Geburtshoroskop übertragen. Das typische Geburtshoroskop ist zuerst einmal ein Kreis. Dieser Kreis wird in 12 gleich große Stücke unterteilt. Diese Teile nennt man Häuser. Die 12 Häuser stehen für bestimmte Themen des Lebens (Familie, Liebe, Beruf....). Die bekannten Tierkreiszeichen werden entsprechend den ermittelten Geburtsdaten den Häusern zugeordnet. Die Anordnung sowohl der Tierkreiszeichen als auch der Häuser verläuft im Horoskop gegen den Uhrzeigersinn. Der wichtigste Punkt liegt dabei auf "9 Uhr" , was im Horoskop dem Osten entspricht. Hier "startet" das Horoskop und zeigt den Aszendenten, der das Schicksal des Geborenen wesentlich bestimmt. Die Lage der Planeten ergibt sich aufgrund der Himmelskonstellation zum Zeitpunkt der Geburt und sie erhalten so ihre Position in den Häusern und Tierkreiszeichen. Ihr Einfluss auf diese Bereiche bildet einen wesentlichen Teil der Horoskopdeutung. Das Geburtshoroskop soll Aussagen zum Charakter und zum Schicksal der Person machen. Es gilt dabei folgende Grundannahme: jeder Mensch wählt seinen Geburtszeitpunkt und Geburtsort selbst.
Das Augenblickhoroskop
Das Augenblick-Horoskop bezieht sich in der Regel auch immer auf eine bestimmte Person. Hier sollen aber im Gegensatz zum Geburtshoroskop keine grundsätzlichen Charakter- und Schicksalszüge ermittelt werden.
Beim Augenblick-Horoskop geht es um aktuelle Dinge und Tendenzen. Man will Antworten auf aktuelle Fragen erhalten (...soll ich meinen Beruf wechseln?...)
Das Prognosehoroskop
Das Prognose Horoskop hat normalerweise keine Bindung an eine bestimmte Person. Vielmehr geht es hier darum, allgemeine Prognosen zu erhalten. Diese Art des Horoskopes ist relativ umstritten, viele Astrologen wenden es nicht an. Gerne werden hier Fragen beantwortet wie "steht uns ein Krieg bevor" oder etwa "wird die Welt untergehen".
Das Partnerhoroskop
Das Partner Horoskop hat normalerweise wieder Bindung an bestimmte Personen, diesmal aber mindestens an zwei. Das Partner-Horoskop ist recht beliebt. Es soll meistens eine Aussage machen zu der Beziehung zwischen zwei Menschen.
Das Zeitschrifthoroskop
Fraglos die bekannteste aller Formen. Allerdings auch die oberflächlichste. Das Problem liegt auf der Hand: es ist kaum möglich eine Deutung für ein sogenanntes Sternzeichen anzubieten. Die oberflächlichkeit wird vielleicht klar, wenn man sich vorstellt, dass jeder Wassermann weltweit das selbe Horoskop liest und somit für jeden Wassermann weltweit eine Deutung zutreffen soll. Kaum vorstellbar.
Was sind die Typischen Inhalte eines Horoskopes?
Die Planeten/ Gestirne
Die Planeten spielen eine gewichtige Rolle im Horoskop. Ihr Einfluss ist elementar. Sie bewegen sich variabel und haben somit logischerweise für unterschiedliche Geburtszeiten und Geburtsorte auch unterschiedliche Stellungen. Die moderne Astrologie kennt neben den sieben klassischen Gestirnen (Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn) noch die erst später entdeckten Uranus, Neptun und Pluto. Bisweilen werden auch noch kleinere Planeten herangezogen (Ceres, Lilith). Jeder Planet regiert nach klassischer Auffassung ein Tierkreiszeichen und färbt dieses grundsätzlich.
Das Tierkreiszeichen
Gerne wird das Tierkreiszeichen als Sternbild bezeichnet. Es hat aber mit dem astronomischen Sternbild nichts zu tun. Vielmehr soll das Tierkreiszeichen eine grundsätzliche Symbolik darstellen, die auf das Wesen des im Tierkreiszeichen geborenen passt (Löwe = König der Tiere, also recht großes Ego usw...). Jedem Tierkreiszeichen wird übrigens eines der vier Elemente zugeordnet, eine grundsätzliche Wesensprägung (fix, variabel, kardinal) und eine männliche oder weibliche Seite.
Die Häuser/ Felder
Die Häuser im Horoskop stehen für bestimmte Lebensbereiche. Die Position der Häuser im Horoskop ist dabei abhängig von Ort und Zeitpunkt. Das erste Haus ist dabei der Punkt im Horoskop, der gerade über dem Horizont aufsteigt. Man nennt ihn den Aszendenten. Er liegt in der Regel auf Position 9 Uhr. Dies ist im Horoskop der Osten (spiegelverkehrt zur Realität). Der Aszendent spielt eine wichtige Rolle. Er bestimmt wesentlich das Schicksal und den Charakter eines Menschen. Die 12 Häuser werden in Winkel zu je 30 Grad eingeteilt. Jedem Haus wird ein Lebensthema zugeordnet.















